Recap SEOkomm 2016

Wie jedes Jahr ging es auch 2016 für zwei SEO Kollegen auf die SEOkomm nach Salzburg. Dieses Mal waren wir, SEO Consultants Tanja Kühnel und Charlène Groß, mit von der Partie und konnten uns vor Ort über aktuelle Themen aus der SEO Szene informieren und austauschen. Im Folgenden wollen wir ein paar unserer Highlights darstellen:


Nachdem wir uns kurz von Marcus Tandler Folienflut (414 Folien in 45 min.!) erholt hatten, startete Dominik Wojcik mit dem Thema Indexierungsbereinigung.


DOMINIK WOJCIK: MACH ENDLICH DEINE WEBSITE SAUBER

Dominik Wojcik auf der SEOkomm 2016
In seiner Tech-Session verglich er anfangs die Website mit einer Wohnung, bei der Google zu Gast ist und man diese natürlich sauber halten sollte. Er ging dabei auf die Google Crawling Architektur ein und gab seine Empfehlungen für deren Optimierung. Dabei sollen interne Verlinkungen, Crawling und Indexmanagement optimal ausgeglichen sein. Um nur die wichtigsten Seiten im Index zu haben, sollten bspw. Logfile Analysen durchgeführt werden, interne und externen Verlinkungen gepflegt werden sowie der Content je nach Priorisierung in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden.



JENS BONERZ: SCRAPY UND ELASTIC SEARCH
Bonerz Vortrag wurde angekündigt mit „um Google die Stirn bieten zu können, muss man manchmal selbst Suchmaschine sein“. Diese Beschreibung war sehr passend, denn mit Scrapy und Elasticsearch ist man nicht nur in der Lage Daten aus jeder Social Media Platform (z.B. Xing) mit passender API zu generieren, sondern diese auch zu filtern und für seine speziellen Bedürfnisse zu verwenden. Die einfach Installation und Verwendung der weiteren Programme (remetrics BI) sprachen ebenfalls für sich.


MARTIN HÖLLINGER: CENTERED CONTENT ERSTELLTUNG & MIRKO LANGE: DIE CONTENT MARKETING LÜGE
Die beiden Contentvorträge von Hölliger und Lange sprachen Problematiken in Unternehmen und auf deren Unternehmenswebsites an. Während Lange auf die unterschiedliche Auffassung von dem Begriff Content Marketing innerhalb eines Unternehmens verwies, sprach Höllinger an, dass Content mehr nach User Intent erstellt werden sollte.
Das von Lange präsentierte FISH-Modell mit den Säulen „Follow-Content“, „Inbound-Content“, „Search-Content“ und „Highlight-Content“ erinnert stark an die Stufen der klassischen Involvement-Theorie und wurde hier nur an die Contenterstellung und -verwendung angepasst. Ist natürlich so auch richtig, hätte aber auch die ursprünglichen Bezeichnungen behalten können.



Höllinger empfiehlt toten und schlechten Content auf noindex und somit für die Suchmaschine auf „unsichtbar“ zu setzen, oder sogar gänzlich zu entfernen. Auch geht er auf die Problematik des „near duplicate Content“ ein: viele verschiedene Artikel auf einer Domain, die sich inhaltlich stark ähneln, bspw. bei Online Shops. http://www.mahoom.com/

SEBASTIAN ERLHOFER: GOOGLE SEARCH CONSOLE ADVANCED

Sebastian Erlhofer auf der SEOkomm 2016
Sebastian Erlhofer, der bereits ein Buch über SEO veröffentlichte, gab in seinem Vortrag tiefere Einblicke in die Google Search Console und deren Nutzungsmöglichkeiten. Darunter waren einige Tipps: Das Umgehen der Datenlimits durch Anlegen einzelner Landingpages, Nutzung des Robots.txt Testers, Entfernung von URLs durch Noindex-Setzung, da sie ansonsten nur von der Suche ausgeblendet werden, Crawlingfehler sollten aufgrund der Begrenzung auf 1000 URLs/Tag herunter geladen werden, damit neue Fehler geladen werden können und vieles mehr. Ein weiterer interessanter Punkt war seine Erklärung zur Umgehung des GSC-Gaps, dass nicht-indexierte URLs nicht mit angezeigt werden: Lösung hierfür kann sein, mehrere Sitemaps (eine Sitemap/URL) zu generieren.



KNUT BARTH: BESSERES SHOP SEO
Einblicke in die Welt der Online Shop und deren Stolperfallen gab Knut Barth. Für ihn sei es wichtig, SEA-Keywords, die eine hohe Conversion Rate generieren, für SEO zu optimieren. Für die Startseite wäre der Brand in Kombination mit einem nicht kanibalisierenden generischen Begriff sinnvoll, Kategorieseiten sollten zwar generische Begriffe enthalten, jedoch sollte hier darauf geachtet werden, dass durch automatisierte Title und Description oftmals Gefahrenpunkte lauern – Bsp. „Baby online kaufen“. Dass umsatzgenerierende Keywords oft nicht zu höherer Sichtbarkeit führen, sorge auf Unternehmensseite immer wieder für Erklärungsbedarf – „Damenmode“ würde zwar für höhere Sichtbarkeit sorgen, allerdings wird auf das umsatzorientierte Keyword „Damenmode online kaufen“ optimiert. Ein weiterer wichtiger Punkt in seinem Vortrag war die Indexierungssteuerung: Durch mehrere Ausprägungen von Produkten entstehen unzählig viele neue URLs. Als Lösung für doppelte Inhalte, URL-Änderungen oder Doppelrankings nennt er Canonical oder Noindex. Detaillierteres findet ihr in seinem Vortrag.

 

BASTIAN GRIMM: QUO VADIS SEO?
Der Frage, wohin es in Zukunft mit SEO geht, ging Bastian Grimm nach. Wichtige Takeaways waren dabei u.a. die Wichtigkeit der User-Experience – Softfaktoren sind wichtiger denn je geworden, die Nutzung der Kombination von SSL-Zertifizierung mit http/2 und Nutzung vom AMP. Google weiß alles über uns – hierzu sollte jeder einmal Google My Activity/Voice & Audio abrufen und wäre erstaunt darüber, was Google alles aufzeichnet ohne dass „Ok Google“ genutzt wurde. Ob sich seine Vermutung bestätigt, dass im Bereich Mobile in Zukunft wohl eher Swipen statt Scrollen gängig sein wird, wird sich noch zeigen.



CHRISTOPH C. CEMPER: LINKBUILDING 2017
Cemper überraschte mit seinem Vortrag über völlig neue Erkenntnisse der Linkpower-Vererbung. Galt es bisher eigentlich immer, dass nur die einwandfreie Weiterleitung „301“ die volle Linkpower auch tatsächlich weitergibt, stellte er eine mit seinem Unternehmen durchgeführte Studie vor, die besagt, dass gerade die „301“ Weiterleitung nicht so funktioniert wie gedacht: Die 307-Weiterleitung gäbe ein bisschen Linkpower weiter, die 302-Weiterleitung ohne Probleme die komplette Power und die 301-Weiterleitung gar keine Power. Erstaunlich wäre dies allemal, denn so müsste die Optimierung der Weiterleitungen weitgehend überdacht werden http://www.linkresearchtools.com/case-studies/11-things-didnt-know-links-redirects/). Ebenfalls spricht er davon, dass ausgehende Links ebenfalls ein Rankingfaktor sein sollen. Verschiedene Domains mit ausgehenden Links wurden getestet und rankten durchgehend besser als die Domains ohne neue ausgehende Backlinks.  Spannende Untersuchungen und Ansätze, die uns durchaus zu eigenen Tests veranlassen werden, frei nach dem Motto „traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“.



AMAZON SEO
Auf die Frage, wie Shop-Betreiber ihre Produkte bei Amazon auf Top-Positionen bringen können, gab Trutz Fries, Projektinhaber von amalytix.com (http://www.amalytix.com/), Antworten. Wichtig sei es, ansprechend große Produktbilder mit aussagekräftigen Titles und Descriptions einzubinden. Preis Verfügbarkeiten und Bewertungen spielen hierbei auch eine große Rolle. Ein Produkt erhalte erst dann das „Bestseller“-Badge, wenn es sich in einer Unterkategorie am häufigsten verkauft hätte. Hier bestünden noch eine Lücken auf Seiten vom Amazon, die aber voraussichtlich auch in den nächsten Jahren abgeändert bzw. strenger gefahndet werden würden. Listings werden jedoch entfernt, sobald das Keyword „Bestseller“ im Title integriert würde. Ein weiteres Learning war, dass bei einem Ranking auf Ergebnisseiten >1 zuerst einmal eine gewisse Conversion – sprich pay per Click Ads – nötig wären, um im Nachgang ein besseres Ranking erzielen zu können. Es bleibt weiterhin spannend, welchen Einfluss SEOs ausüben können und wie sich Amazon in den nächsten Jahren entwickelt.


ZUSAMMENFASSUNG
Neben vielen Basics, die auf der Veranstaltung gehört wurden, waren auch einige sehr tiefgehende Themen mit dabei. Die Auswahl der Speaker war absolut treffend. Auch die Aftershowparty war super organisiert: ein toller Sänger, nette neue Bekanntschaften, lecker Essen und Freigetränke den ganzen Abend – nothing to add

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Kommentare (2)

Der wichtigste Ranking-Faktor bei Amazon sind Sales. Wenn man datengetriebene Analysen durchführt, stellt man ziemlich eindeutig fest, dass die versteckten Schlüsselwörter den größten Einfluss auf das Ranking hat. Klar sind große Bilder und Title usw. notwendig – aber wenn man mal einige Bestseller analysiert und auswertet, stellt man sehr schnell fest, dass viele Produktlistings absolut nicht optimal optimiert sind, sprich schlechte oder zu wenige Bilder, keine aussagekräftigen Title & Co und trotzdem Bestseller sind.

[…] Charlène Groß: http://www.explido.de/blog/recap-seokomm-2016/ […]

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