Recap Search Love 2017 in London

Recap Search Love 2017 in London

Auch in diesem Jahr sind wir dabei, wenn die Search Love ihre Türen in London öffnet. Ausgerichtet wird die Konferenz von der Online Marketing Agentur Distilled in der tollen Location der „Brewery“ und wir dürfen uns auf 17 verschiedene Sprecher freuen.

Die Search Love verspricht eine bunte Mischung aus verschiedensten Branchen und Bereichen, B2B, B2C, Agentur und Unternehmensseite, Profit und Charity Organisationen. Umso gespannter bin ich auf London und die Online Marketing Konferenz. Und so viel kann ich vorwegnehmen…Trommelwirbel…ich wurde nicht enttäuscht. Mehr möchte ich aber gar nicht verraten und lieber gleich mit euch zur Veranstaltung springen.

Also Film ab: Hier meine Highlights und Take Aways im SEO und aus Agentursicht.

Paddy Moogan – Linkbuilding Case Studies, Myths and Fails

Paddys Ziel ist es mit den Mythen rund ums Linkbuilding aufzuräumen.

Schafft er es? Ich glaube, dass ist schließlich gar nicht mehr so wichtig. Natürlich nimmt sich Paddy Standards und Vorurteile und Regeln rund ums Linkbuilding vor und ja es gelingt ihm Beispiele zu präsentieren, die uns das Gegenteil beweisen. Aber wie jeder weiß: Für jede Regel gibt es eine Regel, die sie widerlegt. Also will ich lieber auf das für mich Wesentliche aus Paddys Vortrag eingehen: Die Beispiele. Die Cases. Denn dort liegt der wirkliche Mehrwert für den Zuschauer. Inspiration im täglichen und immer wiederkehrenden Linkaufbau zu finden ist gar nicht mal so einfach. Hier ist unsere Chance. Kurz und knapp:

  1. Wenn du es mit einem Slow Starter zu tun hast, schau dir an, was im Web von deiner Kampagne berichtet wird und welche Daten als spannend herausgepickt werden. Anschließend verändere den Blickwinkel und passe entsprechend an. Als Beispiel zeigt uns Paddy eine Infografik der weltweit meistverkauften Autohersteller. Der Fokus von Journalisten war jedoch „Toyata indeed rules the world“ also hat Paddy seine Kampagne entsprechend verändert und den Linkaufbau zum Laufen gebracht.
  2. Ich nenne diesen Punkt ganz frei Kampagnen Recycling. Einfach erklärt: Stellt euch vor ihr würdet euren Geburtstag einfach mehrmals im Jahr feiern. Damit reduziert ihr das Risiko, dass die erste Party ein voller Reinfall wird, denn zur Not habt ihr noch Party 2 und 3 und natürlich gilt dies auch für die Geschenke. Schlagen wir den Bogen zurück zum Linkbuilding: Paddy startete eine Kampagne zum Thema Alkoholkonsum auf der Welt. Aber anstatt diese Kampagne einmal zu launchen, wurde sie in Abhängigkeit von verschiedenen Events weltweit immer wieder redesignt und neu gerelauncht. Paddy Moogan-Link building case studies, myths and fails - SearchLove 2017Dies ist eine einfache Methode, die viel zu selten umgesetzt wird und dabei so positive Auswirkungen hat. Die Anzahl der aufgebauten Links konnte somit deutlich gesteigert werden ohne weitere, große Aufwendungen.
  3. Nutze Möglichkeiten aus dem traditionellen PR! Dies ist eine wirklich gute Methode insbesondere für Low Budget Kunden, da es keine aufwändigen Investitionen in Design und Developement erfordert. Hier findet ihr Paddys Kampagne zu dem Thema: https://www.recruitment-international.co.uk/blog/2016/08/when-fishing-for-candidates-content-is-the-best-hook-dot-dot-dot

Alles was notwendig ist, ist ein sinnvoller, relevanter Presseartikel, der klare Take-Aways für den User herausstellt. Anschließend können Journalisten und Blogger, die für sich passenden Textpassagen auswählen und abbilden. Der Artikel selbst brauch dabei keine aufwendigen Grafiken oder Videos und die Informationen können oftmals aus dem Unternehmenswissen selbst generiert werden.

Für mich alles in allem wirklich ein guter Vortrag mit vielen relevanten Beispielen und Ideen.

Die Quintessenz aus Paddys Vortrag? Wirf die Regeln über Bord, sei individuell und probiere dich aus!

Rob Bucci – Reverse-Engineering Google’s Research on what searchers are looking for

Robs Vortrag war für mich persönlich sehr spannend, denn er hat uns die Notwendigkeit und Möglichkeiten für hochwertige Keywordrecherchen gezeigt und Universal Search in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen gerückt.

Für Rob stellen die Google SERPs das Frontend der Suchmaschine dar. Doch was können wir daraus lernen? Eine Menge, um ehrlich zu sein und eine Menge mehr als wir oftmals tun. Um genauer zu verstehen, wie derartige Erkenntnisse für eigene Inhalte genutzt werden können, stellt Rob uns seine Studie von Stat vor.

Robs SEO Funnel besteht aus 3 verschiedenen Stufen:

  • Informational
  • Commercial
  • Transactional

Innerhalb jeder dieser Stufen zeigt der User eine andere Suchabsicht. Also: „Let’s talk intent!“

In seiner Studie haben Rob und sein Team 14 verschiedene Produktkategorien mit über 540 Suchabfragen analysiert. In Abhängigkeit der jeweiligen Stufe innerhalb des SEO Funnels und der entsprechenden Produktkategorie wurden die dafür nötigen Keywords identifiziert. Ziel war es herauszufinden, welche Inhalte letztlich von Google ausgespielt werden. Was ist es, was der User zu diesem Thema tatsächlich sehen will?

Ich möchte nicht im Detail auf die Studie von Stat eingehen, denn es geht mir in erster Linie um die Methologie. Aber schaut für mehr Details gern bei Ihnen vorbei unter https://getstat.com/searchlove/

Lasst uns also die Abkürzung gleich zu den Erkenntnissen nehmen:

Google gibt uns einen einfachen Rat: You have to be there, be useful and be quick.

Und Rob gibt uns eine nützliche Methode dafür an die Hand.

Über die Berechnung eines Share of Intent (ähnlich Share of Voice) soll identifiziert werden, welche Stellhebel die relevantesten für die jeweilige Anfrage sind. Und diese Stellhebel und jetzt kommen wir zum Punkt – sind Universal Search Ergebnisse, sprich:

Rob Bucci - Reverse-Engineering Googles Research - Universal Search - Search Love 2017

Zeigt sich mir also eine SERP, die hauptsächlich durch Videos dominiert wird, ist es eine Überlegung wert, meine eigenen Inhalte auch über Videos zu vermitteln. Dasselbe gilt für Bilder, Answerboxen und so weiter und so fort.

Natürlich zeigt uns Robs Vortrag in Großbuchstaben GET STAT! Derartige Studien und Recherchen sind immer einfacher umsetzbar, wenn man mit den richtigen Tools arbeitet und Stat, das muss man ehrlich zugeben, bietet hier seine Vorzüge. Nichts desto trotz ist es auch ohne ein bestimmtes Tool möglich, zu relevanten Ergebnissen zu kommen. Natürlich hat Rob das Fahrrad damit nicht neu erfunden, aber er hat uns eine Methode an die Hand gegeben, die uns zeigt, wie ich meine Inhalte relevanter gestalten kann und dabei die Vorteile der oft vernachlässigte Universal Search für mich nutze.

 

Jes Scholz – The new era of visual marketing

Für mich ist die Google Bildersuche wirklich ein spannendes Thema, weil es meiner Meinung nach viel ungenutztes Potential zeigt. Jes spricht in Ihrem Vortrag von der Bildersuche als dem pinken Dinosaurier im Raum. Doch niemand möchte wirklich darüber reden, da wir die bestehenden Möglichkeiten zu wenig ausnutzen und keinen wirklichen Benefit entwickeln können.

Bisher zeigen sich bereits wesentliche Entwicklungen von der Bildersuche hin zur Produktsuche. 2016 erschienen Bilder erstmals auch in der organischen Suche. Produktbilder wurden durch Details innerhalb der Bildersuche erweitert und neben dem Vorschlag ähnlicher Images und Style Ideen kam ebenfalls der Image Badge 2017 hinzu. Doch wie können wir das Ganze für uns nutzen?

Hierfür gilt es zum einen die bekannten Regeln zu befolgen:

  • Produktbilder sollten das eigentliche Produkt klar und deutlich abbilden
  • Bilder sollten mit strukturierten Daten ausgezeichnet werden sprich name, image, price, currency availability (schema.org)
  • Eine extra XML Image Sitemap kann Google das Crawling erleichtern
  • Optimiert Bilder für Mobile nicht für Desktop!

Jes konnte somit nicht nur ihre Image Rankings verbessern, sondern auch ihre organischen Ergebnisse weiter voranbringen. Und wem dies noch nicht als Argument genügt, der sollte bedenken das 11 % der Suchergebnisse jetzt einen Image Block ausgeben. Wer hier nicht aktiv wird, lässt sein Potential schlichtweg ungenutzt.

Unabhängig von der Optimierung für Google, zeigt uns Jes eine weitere interessante Methode. Dafür vollziehen wir ein kleines Gedankenspiel: Stellen wir uns einmal vor, wir sehen eine Person, die exakt die Schuhe trägt, die uns gefallen und die wir vor allem gern kaufen möchten. Würde es nicht enorme Chancen bergen, wenn wir durch ein einfaches Foto direkt auf eine Landingpage zum Kauf weitergeleitet werden könnten?

Jes Scholz-The New Era of Visual Marketing - Search Love 2017

Dasselbe gilt für Produkte, die wir in Schaufenstern, im Straßenverkehr oder auf Events sehen. Für viele mag dies wie Zukunftsmusik klingen, aber tatsächlich gibt es bereits Smart Techs, die eben dies anbieten. Auf diese Art und Weise schließen wir die Suchmaschine und die Konkurrenz aus und nutzen die Kamera des Users als neue Suchbox. Meiner Meinung nach eine wirklich relevante Möglichkeit, denn hier ergibt sich die Chance eine Voreiterrolle einzunehmen und den Wettbewerb zu umgehen.

Laut Jes besitzt ein Bild somit das Potential von mehreren hundert Keywords. Ihr abschließender Rat deshalb für uns: Stop thinking so much about keywords and start thinking about pictures!

Wil Reynolds – 10 Steps to make Power BI help you bust silos in Search and with the c-suite

Wils Vortrag war tatsächlich und ohne Übertreibung mein absolutes Highlight. Die Begeisterung, die manch anderer für Katzenbilder hat, hat Wil für Daten und ja er lässt es uns spüren.

Warum kriegt SEO weniger Budgets? Warum wird SEO oftmals nicht ernst genug genommen? Na, wer kennt die Antwort?

Wil kennt sie und für ihn ist sie ganz einfach und offensichtlich: SEO spricht nicht genug über Geld.

Es ist schwer Kunden von etwas zu überzeugen, dass sich nicht unmittelbar monetarisieren lässt.

Also: „Let’s talk about money, people“

Wil Reynolds Power BI - Lets talk about money

Wie genau das für uns im SEO möglich ist und wie wir damit Kunden ob intern oder extern überzeugen können, zeigt uns Wil mit Hilfe von Power BI. Dafür müssen wir für die Länge dieses Recaps kurz unser übliches Vorgehen vergessen und uns an einen einfachen 5 Punkte Plan halten:

  1. Build your Data Warehouse: Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Prinzipiell bedeutet es, die eigenen Daten aus Adwords und Google Analytics zu ziehen. Exportieren. Speichern. Fertig.
  2. Clean Up your data: Es ist wichtig, dass nun alles in das gleiche Format gebracht wird. Dafür holen wir uns aus Adwords die Suchanfragen (nicht Keywords) und URLs und ergänzen diese Daten mit allen uns zu Verfügung stehenden Informationen z.B. aus SEMRush, Stat, etc.
  3. Organize your data: Dafür nutzen wir die Ordner und Verzeichnisse aus Power BI.
  4. Connect them all: Jetzt gibt uns Power BI verschiedenste Möglichkeiten Daten in Beziehung zueinander zu setzen. Auf diese Art und Weise verbinden wir unterschiedlichste Datentypen aus SEA und SEO. Um reale CTRs ausspielen zu können, ist es notwendig, dass wir allerdings auch tatsächlich auf das jeweilige Keyword bieten.
  5. Visualize your data: Jetzt kommt der wirklich schöne Part – Die Visualisierung. Mit ein paar Clicks zeigt uns Wil wie wir z.B. Conversions, Suchvolumen, Ranking sowie Kosten grafisch zusammenführen und uns peu a peu jedes einzelne Keyword genauer anschauen können. Auf diese Art und Weise erhalten wir eine neue, bessere, größere Daten- und damit Argumentationsgrundlage, die bei allem sogar noch verständlicher erscheint.Wil Reynolds Power BI - Datenverknüpfung SEA & SEO

Das spannende an Wils Vortrag ist: Er ist plausibel und umsetzbar.

Also mein Vorschlag: Power BI ausprobieren und selbst herausfinden, was für jeden einzelnen Kunden erreicht werden kann. Es gibt hier nichts zu verlieren.

Alles in allem war die Search Love für mich aus Agentur und SEO-Sicht ein voller Erfolg. Durch den bunten Mix an unterschiedlichsten Speakern konnte man viele verschiedene Ansätze und Methoden kennenlernen und gute Inspirationen für unsere tägliche Arbeit mitnehmen. Damit sage ich Danke für viele neue Einblicke und spannende Ideen und bis zum nächsten Jahr!

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