Rock around the clock: Recap Online Marketing Rockstars 2017

Auch in diesem Jahr sind wir wieder dabei, wenn es heißt “Auf die Bühne, fertig, los” und willkommen zur OMR 2017. Mit verschiedene Abteilungen u.a. SEO, Affiliate, SEA, Programmatic, Creation und Marketing und einer eigenen Masterclass durch das Netzwerk Dentsu Aegis waren wir dieses Jahr vertreten.

Frontman war Pascal Hohmann (Director Innovation & Product Design bei Dentsu Aegis Network), der gemeinsam mit Prof. Christian Geiger (Dozent für Mixed Reality und Visualisierung der Hochschule Düsseldorf) innovative Technologien und Plattformen vorgestellt hat.

online marketing rockstars - dentsu aegis masterclass

online marketing rockstars – dentsu aegis masterclass

Die OMR hat klein mit 200 Besuchern begonnen, ist aber mittlerweile zu einer Größe innerhalb der Digital Marketing Konferenzen herangewachsen, die nicht mehr zu ignorieren ist. Mit 25.000 Besuchern und über 200 Ausstellern hat die Crew um Philipp Westermeyer ein Event geschaffen, dass nicht nur Online Marketing Größen auf die Bühne holt, sondern dem A&O der Online Marketeers ein Festival für perfekte Vernetzung bietet.

Auch musikalisch hat die OMR dieses Jahr wieder einmal aufgetischt. Mit den Fantastischen 4, den Beginnern und das Bo hat es an guter Stimmung nicht gefehlt.

Für mich war die Online Marketing Rockstars dieses Jahr eine Mischung aus verrückten und inspirierenden Vorträgen, stark polarisierenden Themen und auch Überraschungen sowohl fachlich als auch musikalisch. Doch am besten wir starten am Anfang. Auf riesigen Bildschirmen läuft der Countdown und der Saal füllt sich allmählich mit mehr und mehr Menschen. Wer noch Zeit hat, holt sich Kaffee oder kann auch morgens schon mal  beim Sushi oder Nudel-Buffet hin schmecken. Und ja Sushi am Morgen geht durchaus.

Dann ist es endlich soweit, die letzten 10 Sekunden laufen ab und mit viel Glitzer und Glorie begrüßt uns Philipp Westermeyer in alter Manier auf der Bühne. Diesmal sogar mit einem eigenen Beitrag. Ja so Redner kosten einiges, erklärt uns Philipp, da darf man auch mal selbst einen Vortrag halten und an den Budgettopf denken. Es sei ihnen gegönnt, besonders da ihr Beitrag “The State of the German Internet” sich nicht verstecken muss.

Philipp Westermeyer – The State of the German Internet

Also stellen wir uns der Frage, wie steht es, um die deutsche Internet Wirtschaft? Was heißt das für uns? Und welche Quick Wins können wir mitnehmen?

Um die Entwicklung des deutschen Internet Marktes besser nachvollziehen zu können, entwickelt die OMR den sogenannten GIX, German Internet Index, und vergleicht ihn mit dem DAX. Das Resultat ist überraschend: Die klassische deutsche Wirtschaft übertrifft die Internet Wirtschaft um ein Vielfaches.

Doch was heißt das für den deutschen Internet Markt? Performance Marketing allein ist nicht mehr genug, soviel wird klar. Sollten wir jetzt verzweifeln und den Kopf in den Sand stecken? Nein, natürlich nicht. Deutschland besitzt über 2000 mittelständische Unternehmen, deren Produkte auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sind. Hier liegt Potential schlichtweg brach. Wir müssen hinwachsen zu einem stärkeren Produktfokus. Das Produkt ist der Schlüssel! Wie das Ganze aussehen kann, zeigen uns große Player wie Amazon, die ihr Marketing durch Produkte wie Echo direkt ins Wohnzimmer ihrer Käufer bringen. “Your Product is your marketing”.

Abschließend gibt uns Philipp noch 5 Quick-Wins oder auch unterschätzte Marketingtools mit: Niche Influencer, Content Recommendation, Podcasts, Stores und Amazon Marketing

The State of the German Internet - Philipp Westermeyer

The State of the German Internet – Philipp Westermeyer

Inwiefern sich jeder einzelne Kanal richtig einsetzen lässt, muss individuell entschieden werden. Für mich alles in allem eine gute Verbindung aus Theorie und praktischen To Dos, gemischt mit alten und neuen Knowings.

Gary Vaynerchuk – I day trade attention and build businesses

Gary Vaynerchuk brauchte und braucht nie viel Zeit, um auf den Punkt zu kommen. Es gibt keine Präsentation, keine einleitenden Sätze, keine Vorstellung. Gary macht es kurz: “Start f***ing excecuting” Wir befinden uns in einer Zeit sogenannter Headline Readers, sprich wir sind mehr damit beschäftigt, uns zu informieren, grob zu belesen, über neue Tools, Plattformen etc., statt diese auszuprobieren. Um wieder Einfluss zu nehmen, einen Impact auf die Entwicklung eigener Unternehmen oder Produkte zu haben oder schlichtweg einfach persönliche Ambitionen treffen zu können, ist es notwendig praktisch zu werden. Zu handeln statt nur darüber zu reden. Einfach erklärt, heißt das “Geh joggen, statt nur darüber zu lesen” Aus Online Marketing Sicht bedeutet es, probier die Plattformen aus, die relevant sind oder werden. Investiere Zeit diese zu nutzen. Für Gary sind nach wie vor die wichtigsten sozialen Kanäle Facebook und Instagram. 3-4 Stunden sollten am Tag investiert werden, um das eigene Profil weiter auszubauen. Dabei ist es wichtig, den Unterschied zwischen den Plattformen zu respektieren und entsprechend unterschiedliche Digital Assets zu nutzen. Ja, denn ein Video auf YouTube wirkt anders als ein Video auf Facebook.

Alles in allem besteht Garys Vortrag aus 2 wesentlichen Erkenntnissen:

Punkt 1: Draw Attention, Attention, Attention!

Punkt 2: Bewegt euch weg von der Theorie und hin zu einer Macher-Gesellschaft.

Und so einfach das Ganze auch klingt, wird doch schnell klar, wie weit weg wir uns oftmals davon befinden.

Gary war dieses Jahr mein Highlight der OMR 2017. Trotz leichter Wut, dem Einsatz von wirklich vielen F-Wörtern und einer ausgesprochen hohen Anzahl an Selfies, für mich einer der inspirierendsten und vor allem motivierendsten Vorträge.

I Day trade attention & build businesses - Gary Vaynerchuk

I Day trade attention & build businesses – Gary Vaynerchuk

Tamara Lohan – Turning Content into Commerce

Tamara Lohan ist eine Britin, wie man sie sich vorstellt. Stilvoll und charmant betritt sie die Bühne und nimmt uns mit in die Welt von Mr. & Mrs. Smith. Mit Reiseführern haben sie und ihr Mann begonnen den Markt der Luxus-Reisevermittlung zu betreten und über die Vorstellung von außergewöhnlichen Boutique und Luxus-Hotels ihre Community aufgebaut. Ein grandioses Bild jagt das nächste, von Bali, Canada, USA bis nach Südafrika. Nun stellt sich jedoch die Frage, was man aus diesem Vortrag mitnehmen kann, außer dem wirklich dringenden Wunsch einen Luxus-Urlaub im Cliff-Hotel in Canada zu machen. Doch auch hier bietet Tamara spannende, wenn auch branchenbezogene Insides. Mit ihrem Online-Gang stand Mr. & Mrs. Smith auf einmal einer enormen Konkurrenz von Trivago bis Booking.com etc. gegenüber.

Mr & Mrs Smith - Tamara Lohan

Mr & Mrs Smith – Tamara Lohan

Um als Nischenanbieter am Markt bestehen zu können, wurde zunächst ein starker Fokus auf Content Kreation gesetzt. Die eigene Kernkompetenz und das Produkt stehen im Mittelpunkt. Über personalisiertes E-Mail-Marketing konnte dann genau der passende Content genau dem richtigen User zugespielt werden. Die Öffnungsrate stieg damit auf 70 %. Last but not least müssen Mr. und Mrs. Smith auch in Sachen Kundenbindung aktiv werden, um den User nicht an eine der vielen Reiseplattformen zu verlieren. Also wurde ein Travel Club geschaffen, der dem Besucher kleine aber feine Goodies und Extras während der Aufenthalte in einem Partnerhotel gewährt und zudem das Gefühl, Teil der Community zu sein, stärkt.

Zusammenfassend kann ich sagen, danke für einen äußerst entspannenden, offenen Vortrag mit einem wirklich schönen Produkt und einer sehr authentischen Tamara Lohan.

Alexander Nix – From Mad Man to Math Man

Ich glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich den Vortrag von Alexander Nix als die größte Kontroverse des Tages bezeichne.

Kurz zum Hintergrund der ganzen Thematik: Alexander Nix, auch gern als Präsidenten-Macher oder Mann aus dem Off bezeichnet, ist Boss von Cambridge Analytica. Die Analyse-Firma hat den Wahlkampf Donald Trumps durch gezielte Datenauswertung und damit die Nutzung von Big Data maßgeblich unterstützt. Wäre Trump auch ohne Nix und Cambridge Analytica Präsident der Vereinigten Staaten geworden. Man weiß es nicht und auch Nix halt sich bedeckt.

Unabhängig von der starken Polarisierung und Politisierung, die die Thematik mit sich bringt, sollten wir uns das Ganze zunächst einmal aus Online Marketing Sicht anschauen.

Nix macht deutlich, dass es heutzutage veraltet ist, alle Menschen mit derselben Botschaft ansprechen zu wollen, stattdessen sollten drei Technologien genutzt werden, um eine erfolgreiche Zielgruppenansprache umzusetzen:

  1. Behavioral Science: Menschen können nicht auf die gleiche Weise behandelt werden, nur weil sie demografisch derselben Gruppe zugeordnet werden können. Stattdessen müssen tiefergreifende Analysen gefahren werden, die sich mit der Persönlichkeit der Menschen auseinandersetzen. Damit stellt Nix uns das Ocean – five factor personality model vor, dass Usern 5 Charaktereigenschaften zuordnet: openness to experience, conscientiousness, extraversion, agreeableness und neuroticism.

    From Mad Man to Math Man - Alexander Nix

    From Mad Man to Math Man – Alexander Nix

  2. Data Analytics: Wir leben in einem Zeitalter der “bottom-up” Entscheidungsfindung. Sprich das sogenannte “Mad Man” Prinzip, in welchem Entscheidung von Oben nach Unten aufgrund von Bauchgefühlen getroffen wurden, funktioniert heute nicht mehr. Die Möglichkeiten Daten zu sammeln und zu nutzen müssen genutzt werden. Sei es über Facebook-Umfragen oder traditionell eingekaufte Daten.
  3. Adressable Adtech: Womit wir zum 3. Punkt des “Erfolges” von Cambridge Analytica kommen. Auf Grundlage der gesammelten Daten und der darauf basierenden Bestimmung von Persönlichkeitstypen, wird Kommunikation individualisiert. Je nach dominierender Charaktereigenschaft erhalte ich individuelle Anzeigen, die genau das zeigen, was mich als Person am meisten anspricht.

Im Falle der Trump-Wahlen konnten auf diese Weise Wählerprofile erstellt werden, welche die Trump-Botschaft jeweils auf verschiedene Art und Weise ausgespielt bekamen.

Ob man das Ganze nun der guten oder dunklen Seite der Macht zu ordnen will, überlasse ich an dieser Stelle einmal jedem selbst. Was jedoch am Ende des Vortrages denke ich auch dem Letzten bewusst wurde, ist: Big Data ist ein Thema, das auf keinen Fall unterschätzt werden darf. Wer es bisher gemacht hat, sollte spätestens jetzt aufwachen. Denn eines steht fest: Ich kann und werde nicht wettbewerbsfähig gegenüber Konkurrenten sein, die sich den Vorteil von Big Data zu Nutze machen. Und die Auswirkungen dessen können dann auf verschiedensten Ebenen verheerend sein.

Mein Fazit der Online Marketing Rockstars 2017:

Es hat sich wieder einmal gelohnt. Grundsätzlich gab es kein Kernthema, dass die Konferenz bestimmt hat. Es war vielmehr ein bunter Mix aus verschiedenen Bereichen und Erkenntnissen, der einen breiten Überblick gegeben hat. Natürlich ist es je nach Branche, Zielgruppe und Unternehmen unterschiedlich, welche und wieviele Erkenntnisse man für sich mitnehmen kann, aber ich persönlich gehe mit viel Inspiration und Motivation aus der Konferenz und werde versuchen neue Methoden und Tools einzusetzen und manch Altes vielleicht noch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Eins ist auf jeden Fall klar geworden: Es wird auch in Zukunft spannend bleiben, wir müssen uns nur trauen!

Die Online Marketing Rockstars 2017

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